„Code of Courage. Vielfalt fängt bei mir an.“

HTL Mössingerstraße und kärnten.museum setzen mit „Code of Courage“ ein Zeichen für Vielfalt und Zivilcourage

Mit der Ausstellung „Code of Courage. Vielfalt fängt bei mir an.“ ist im kärnten.museum ein außergewöhnliches Bildungs- und Kulturprojekt eröffnet worden. Entstanden in enger Kooperation zwischen der HTL Mössingerstraße und dem kärnten.museum, verbindet die Ausstellung gesellschaftspolitische Bildung, persönliche Begegnungen und moderne Medienarbeit. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Vielfalt, Zivilcourage, Diskriminierung, Flucht, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Verantwortung. Die Ausstellung macht nicht nur Geschichten sichtbar, sondern lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, zuzuhören, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Was als Idee im Ethikunterricht begann, entwickelte sich über viele Monate hinweg zu einem Projekt, das die beteiligten Schülerinnen und Schüler weit über den Schulalltag hinaus forderte und prägte. Sie recherchierten, führten Interviews, produzierten Podcasts, gestalteten Roll-ups, organisierten Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit und planten die Ausstellung bis ins Detail. Vor allem aber begegneten sie Menschen, deren Lebensgeschichten von Mut, Ausgrenzung, Hoffnung, Flucht, gesellschaftlichem Engagement und Menschlichkeit erzählen. 

Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs war die Zusammenarbeit mit dem kärnten.museum. Von den ersten Gesprächen über die Ausstellungsplanung bis hin zur Vernissage wurden die Jugendlichen vom Museumsteam begleitet und unterstützt. Die Kooperation ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, ihre Arbeit in einem professionellen kulturellen Umfeld einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gleichzeitig zeigt das Projekt, welches Potenzial entsteht, wenn Schule und Kulturinstitutionen gemeinsam Räume für gesellschaftlichen Dialog schaffen. 

Im Rahmen der Vernissage betonte die projektbegleitende Lehrerin Mag. Dr. Mirjam Rein, dass die Ausstellung weit mehr sei als eine Sammlung von Informationen: „Heute eröffnen wir nicht einfach nur eine Ausstellung. Wir eröffnen einen Raum voller Stimmen. Einen Raum voller Geschichten. Einen Raum voller Erfahrungen, Fragen, Erinnerungen und Gedanken.“ 

Im Zentrum des Projekts stehen die Geschichten von Menschen. Mirjam Rein formulierte diesen Gedanken in ihrer Rede mit den Worten: „Jeder Mensch hat eine Geschichte. Vielleicht ist es sogar noch mehr: Jeder Mensch ist eine Geschichte.“ 

Diese Geschichten bilden den Kern der Ausstellung. Die Schülerinnen und Schüler führten Gespräche mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Lebenswelten, darunter Sakhidad Amiri, Heinz Pfeifer, Angelika Rauberger, Alexandra Stocker, Peter Stocker, Manfred Morokutti und Shawna Gann. Aus jedem Interview entstanden sowohl ein Roll-up für die Ausstellung als auch eine eigene Podcast-Folge. 

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Podcast-Reihe „Code of Courage. Vielfalt fängt bei mir an.“, die auf Spotify veröffentlicht wurde. Über QR-Codes können Besucherinnen und Besucher die Gespräche direkt auf ihrem Smartphone anhören und dadurch noch tiefer in die Lebensgeschichten, Erfahrungen und Gedanken der Interviewpartnerinnen und Interviewpartner eintauchen. Die Verbindung von Ausstellung und Podcast macht das Projekt zu einem modernen, interaktiven Lern- und Begegnungsraum. 

Besonders beeindruckend war für viele Gäste das außergewöhnliche Engagement der Jugendlichen. Über Monate hinweg investierten sie unzählige Stunden in die Umsetzung des Projekts – oft weit über den Unterricht hinaus. Dazu sagte Mirjam Rein: „Sie haben Zeit investiert, Energie investiert und vor allem Herz investiert.“ 

Die Ausstellung verfolgt dabei ein klares Ziel: Sie möchte nicht nur informieren, sondern berühren. Sie möchte Menschen dazu ermutigen, genauer hinzusehen, zuzuhören und Haltung zu zeigen, wenn andere ausgegrenzt, diskriminiert oder verletzt werden.

In ihrer Rede griff Mirjam Rein auch einen Gedanken der Philosophin Hannah Arendt auf. Arendt habe darauf hingewiesen, dass der Verlust von Empathie eines der frühesten Zeichen dafür sei, dass eine Gesellschaft ihre Menschlichkeit verliere. Wenn Menschen aufhören, mitzufühlen, und ihnen das Leid anderer gleichgültig wird, gehe etwas Wesentliches verloren – die Fähigkeit, einander als Menschen zu begegnen. Gerade deshalb brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen, hinschauen und den Mut haben, für andere einzustehen. 

Zum Abschluss ihrer Rede erinnerte sie daran, worauf es letztlich ankomme: „Menschen, die Brücken bauen statt Mauern zu errichten. Menschen, die den Mut haben, für Würde, Respekt und Menschlichkeit einzustehen.“ 

Mit „Code of Courage. Vielfalt fängt bei mir an.“ ist ein Projekt entstanden, das eindrucksvoll zeigt, was Schule leisten kann, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen, Fragen stellen und bereit sind, anderen zuzuhören. Gemeinsam mit dem kärnten.museum wurde ein Ort geschaffen, an dem Geschichten sichtbar werden, Begegnungen stattfinden und gesellschaftlicher Zusammenhalt erfahrbar wird.

Die Ausstellung ist noch bis 16. August 2026 im kärnten.museum Klagenfurt zu sehen. Sie lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, neue Perspektiven kennenzulernen, über das eigene Handeln nachzudenken und sich die Frage zu stellen, wie jede und jeder Einzelne im Alltag zu mehr Menschlichkeit, Respekt und Zivilcourage beitragen kann. 

Mag. Dr. Mirjam Rein

Veröffentlicht am 25.06.2026