Schulleiter/innen starten mit Auftaktkonferenz in neues Schuljahr

Mit einer großen Auftaktkonferenz starteten Kärntens Schulleiter/innen und Schulqualitätsmanager/innen in der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ins neue Schuljahr, die von Moderatorin Gerlinde Duller von der Bildungsdirektion für Kärnten herzlichst begrüßt und durch einen spannenden Vormittag geführt wurden. Nach den einleitenden Worten von Landeshauptmann Peter Kaiser und Bildungsdirektor Robert Klinglmair, hielten der Erste Landtagspräsident Reinhart Rohr sowie Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle ihre Impulsreferate zum heurigen Jahresleitsatz „Politische Bildung und Demokratie“.

Eine Ehrung gab es zu Beginn für das erfolgreiche Team aus Kärnten, das sich bei der IESO 2019 Erdwissenschaftsolympiade in Daegu in Südkorea 43 Nationen und 181 Studierenden im Alter von 15 bis 18 Jahren stellte und drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzmedaille in den internationalen Teamwettbewerben abräumte. Im Einzelbewerb gab es vier Bronzene für Leo Gaskin und Paul Hutze (beide BG Feldkirchen), Pascal Steiner (Perau Gymnasium Villach) und Matthias Ogris (BG St. Veit a. d. Glan). Mit ihnen fieberten Kirsten von Elverfeldt (AAU), Michael Lukas (HTL Leoben) und Delegationsleiter des Teams Austria, Christopher Wintschnig (BAfEP Klagenfurt).

Klinglmair begrüßte die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wies darauf hin, dass Kärnten in Bezug auf das Thema „Politische Bildung und Demokratie“ eine Vorreiterrolle innehabe. Denn immerhin hat das Land ein Schülerparlament in der Verfassung verankert. Klinglmair bedankte sich bei allen Schulleiter/innen und Pädagog/innen. „Ihr Engagement geht weit über den Dienstplan hinaus, sonst wären die zahlreichen Projekte und Leistungen der Schülerinnen und Schüler nicht umsetzbar, nicht schaffbar“, so Klinglmair. Das Kärntner Bildungswesen sei vor einem Jahr vor einem Richtungswechsel gestanden, in dem zwei Kompetenzen, die des Bundes und des Landes, zu einer Mischbehörde zusammengeführt worden sind. „120.000 Eltern, 65.000 Schüler/innen und 7.500 Mitarbeiter/innen inkl. Verwaltung haben diesen Wechsel gemeinsam mit uns vollzogen und gemeinsam stellen wir uns auch, nach Startschwierigkeiten, den Herausforderungen und Neuerungen im neuen Schuljahr“, so Klinglmair.

Bildungsreferent Landeshauptmann Kaiser knüpfte daran an und forderte dazu auf, selbstkritisch die Startschwierigkeiten in Form von Verzögerungen im heurigen Schuljahr als Anlass zu nehmen, positive Schlussfolgerungen zu ziehen, aus Fehlern zu lernen, um es „nächstes Jahr besser zu machen“.
Kaiser ging vor allem auf die Wahl des Jahresleitsatzes „Politische Bildung und Demokratie“ ein. „Die Schnittmenge von Demokratie und politischer Bildung ist nirgends so eng wie in der Schule. Die Bildungsinstitutionen stehen in der Verantwortung, junge Menschen zu kritischen Bürger/innen zu erziehen, zu bilden, die sich mit den Gegebenheiten immer auseinandersetzen können“, so Kaiser. Vor allem jetzt seien andere Systeme, Diktaturen zu beobachten, sodass laut Kaiser ein „Innehalten angebracht ist und ein Nachdenken darüber, welche Form man für sich will. Denn allzu oft werden die positive Aspekte der Demokratie nur mehr als Normalität gewertet und die eigene Teilnahme nicht mehr gesehen“, fand Kaiser kritische Worte.

Alle Schulleiter/innen und alle Pädagog/innen seien laut Kaiser unverzichtbare Bezugspersonen, die eine hohe Verantwortung tragen und nun gefordert sind, die Bedeutung von politischer Bildung, von Demokratie, hervorzuheben. „Kärnten ist schon Vorreiter für alle Regionen Europas mit dem in der Verfassung verankerten Schülerparlament. Mit dieser Entscheidung wollen wir die jungen Menschen herausfordern, unterstützen und motivieren“, sagte Kaiser.

Von Seiten des Landes habe man den Schwerpunkt im Bildungsbereich auf die Schaffung von Bildungszentren und das Ganztagesschulwesen gelegt. Um Ganztagesschulen zu errichten, gebe es von Seiten des Landes daher auch eine zusätzliche Förderung, die es in keinem anderen Bundesland gibt. Kaiser verwies auch auf die enorme Entwicklung in der Elementarpädagogik, wo es in der Bildungsanstalt 54 Anmeldungen mehr zu verzeichnen gibt. „Elementarpädagogik ist unverzichtbar, ebenso wie ein zweites, verpflichtendes Kindergartenjahr es ist. Mit dem Kinderstipendium schaffen wir die Rahmenbedingungen, dass auch jedes Kind, egal aus welchem sozialen Umfeld es stammt, eine Betreuungseinrichtung besuchen kann“, berichtete Kaiser. So seien durch das Kinderstipendium rund 1.600 Kinder mehr in elementarpädagogischen Einrichtungen zu verzeichnen, als zuvor.

Auch bei den Pflichtschüler/innen sei ein Anstieg zum Vorjahr um fast 130 Kinder zu bemerken, ebenso wie beim Zulauf zu den Ganztagesschulen, wo es 360 Anmeldungen mehr als im Vorjahr gibt, in Summe 5.966.

Kaiser wünschte abschließend allen Schulleiterinnen und Schulleitern viele positive Erlebnisse im neuen Schuljahr und das Gefühl, in der „schönsten Profession der Erde tätig zu sein“.
Erster Landtagspräsident Rohr ging in seiner Rede auf die Tätigkeiten des Landtages ein, um politische Bildung bei der Jugend und im Schulwesen zu forcieren und um die Wirkungsweisen, die Aufgaben und Mechanismen der Politik zu vermitteln. Daher habe der Landtag mit dem Schülerparlament einen laufenden Dialog geschaffen.


Redaktion: LPD Kärnten/Gerlind Robitsch, Bildungsdirektion für Kärnten/Claudia Lautischer
Fotohinweis: LPD Kärnten/Eggi