Österreichs erstes elektrotechnisches Messlabor eröffnet

In der Kirchengasse in Klagenfurt wurde eine österreichweite Premiere gefeiert. Landeshauptmann Peter Kaiser konnte mit Kelag-Vorstand Manfred Freitag, HTL-Abteilungsleiter Walter Auernig und Kärnten Netz-Geschäftsführer Michael Marketz das erste elektrotechnische Messlabor Österreichs eröffnen. Es ist dies eine Kooperation zwischen Kelag, HTL Mössingerstraße und Kärnten Netz, für das die Kelag an ihrem Standort des Kompetenzzentrums für E-Mobilität ein dauerndes Messlabor eingerichtet hat, an dem die Schülerinnen und Schüler der HTL-Mössingerstraße ihren theoretischen Unterricht mehrmals in der Woche um praktische Lehrstunden erweitert.

„Das ist eine Investition in die Zukunft, weil sie ein hoch gesellschaftspolitisches Thema betrifft, weil Theorie um Praxis im Unterricht erweitert wird, weil die E-Mobilität und neue Energieformen unsere Klimaentwicklungen beeinflussen und weil Kärnten als Wirtschaftsstandort Fachkräfte der Zukunft selbst ausbildet“, fasste Kaiser die Vorteile dieses neuen Messlabors zusammen. Fertigkeiten und Fähigkeiten der Jugend und Schwerpunkte wie diese werten auch den Wirtschaftsstandort enorm auf und Fachkräfte sind ein Standortfaktor. „Kärnten hat neben der Chemie-HAK in Treibach und den Smart-Learning Klassen in der HTL Mössingerstraße nun einen weiteren Ausbildungsschwerpunkt, den andere Bundesländer nicht haben“, weist Kaiser auf die erneute Vorreiterrolle des Landes hin.

Das neue Messlabor ersetzt ein mobiles, das bis dato immer wieder organisiert und aufgebaut werden musste. Im Messlabor werden angewendete E-Produkte getestet auf ihre Lebensdauer, Tauglichkeit, auf ihr Netzverhalten und die Netzverträglichkeit. Es erfolgen Test an Batterien, Aggregaten, Photovoltaik-Anlagen, E-Fahrzeugen und E-Ladestationen, damit die Kelag als Energieversorger und das Kompetenzzentrum für E-Mobilität und schließlich die Kunden und Endverbraucher immer am neuesten Stand der Technik sind“, beschreibt Manfred Freitag den Nutzen des neuen Labors. Am Ende bildet man damit laut Freitag selbst die Fachkräfte von Morgen aus, die die Kelag dringend braucht.

Für die HTL Mössingerstraße verschmilzt mit der neuen Messeinrichtung die Theorie mit der Praxis. Vor zwei Jahren wurde die Idee geboren und dank der Bildungsreform, die Kooperationen Schule-Wirtschaft verstärkt zulässt, wurde die Idee mit neun Lehrern aus der HTL und mit 33 Schülern umgesetzt. „An zwei Nachmittagen pro Woche nutzt die HTL nun das High-Tech-Labor für den Praxisunterricht. Vor allem das Ladeverhalten, die Netzverträglichkeit und Netzrückwirkung von E-Autos und E-Stationen wird Inhalt unserer Laborstunden sein“, erklärt Walter Auernig. Regelnetzgeräte, Funktionsgeneratoren, Oszilloskope, Leistungsanalysatoren stehen ebenso zur Verfügung wie Störschreiber oder Power-Quality-Analysatoren. Sämtliche Messergebnisse stehen der Kelag und der Kärnten Netz für weitere Analysen zur Verfügung.

Auch der Bildungsdirektor des Landes, Robert Klinglmair betont die Vorbildwirkung dieser Kooperation für ganz Österreich. „Während die Bildungsreform lief und diese Kooperationen nun forciert, haben die Kärntner schon an einer Umsetzung gearbeitet. Diese Zusammenarbeit weckt bei Schülern das Interesse für einen zukunftsträchtigen Industriezweig“, so Klinglmair.

Das neue Labor befindet sich direkt im Kelag-Kompetenzzentrum für E-Mobilität am Südring in Klagenfurt. Im Kompetenzzentrum werden alle Interessierten Informationen und Beratungen zur E-Mobilität geboten, dafür gibt es E-Fahrzeuge der unterschiedlichsten Hersteller. Sogar das Ausleihen von E-Fahrzeugen ist möglich.

 

Rückfragenhinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Foto: Kelag/Gernot Gleiss