Land zeichnet Kärntens junge Talente aus

Die Koordinationsstelle der BBF Kärnten (Begabungs- und Begabtenförderung Kärnten) organisiert unter der Leitung von Marianne Kriegl-Pernjak seit dem Schuljahr 2013/14 Werkstätten für außerordentlich begabte und interessierte Schüler/innen. Am 3.7.2019 fand im Mozartsaal des Konzerthauses in Klagenfurt die Zertifikatsverleihung für Teilnehmer/innen statt, die regelmäßig an den Kursen teilgenommen haben. Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und Bildungsdirektor Dr. Robert Klingmair luden die Teilnehmer/innen, Eltern und Kursleiter/innen ein.

Unser Schulsystem ist die unverzichtbare Basis auch für Kinder mit außerordentlichen Talenten. Aber wir bauen mit den Werkstätten und den Talentecamps Vorhandenes noch aus, die Kinder entwickeln sich gemeinsam mit Gleichgesinnten weiter. Entscheidend dafür sind aber auch die Eltern und das pädagogische Umfeld“, betonte Kaiser. Um die Kinder entsprechend fördern zu können, sei es wesentlich, dass sich auch die Pädagoginnen und Pädagogen ständig weiter entwickeln. „Niemand darf stehen bleiben, jeder muss täglich dazu lernen“, betonte Kaiser und wies vor rund 200 Eltern, Kindern und Jugendlichen darauf hin, dass das auch ihn betreffe.

„Wir haben diese Woche junge Sportlerinnen und Sportler geehrt, Österreich-Preisträger in der HTL Mössingerstraße ausgezeichnet, Lehrlinge mit österreichweiten Preisen versehen und heute sind unsere jungen Talente aus den Volksschulen dran, sie vor den Vorhang zu holen. Das sind unsere jungen Kräfte in allen Bereichen, das ist unsere Zukunft“, so Kaiser.

Seit sechs Jahren gibt es die außerschulischen Werkstätten für Schülerinnen und Schüler der Volksschulen, die über außerordentliche Fähigkeiten verfügen. Die Werkstätten wurden von der Bildungsdirektion für Kärnten ins Leben gerufen, damit die Volksschulkinder in altersgemischten Gruppen an anspruchsvolle Themen herangehen, ihre Interessensgebiete vertiefen und mit ähnlich begabten Kindern zusammenarbeiten.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair sieht in diesem Zusammenhang die Bildungsdirektion für Kärnten als Beratungsstelle für die hochbegabten Kinder ebenso wie für die Eltern. „Unser Bildungssystem macht beides möglich: es fördert jene, die sich schwerer tun und es forciert diejenigen, die besondere Fähigkeiten besitzen“, fasste Klinglmair zusammen.

89 Zertifikate und Urkunden konnten an Schüler/innen aus der Volksschule, Neuen Mittelschule und der AHS von LH Dr. Peter Kaiser, BD Dr. Robert Klinglmair, Mag. Georg Niedersüß (Vorstand des Vereins Wirtschaft für Bildung) und Marianne Kriegl-Pernjak (Organisatorin des Projekts) verliehen werden.

Die Schüler/innen hatten während des Schuljahres regelmäßig an den außerschulischen Werkstätten in den Fachbereichen Mathematik (Kursleitung: Stefan Lobnig, BEd und Mag. Mara Pomassl), Deutsch (Kursleitung: Mag. Christine Prochazka), Chemie (Kursleitung: Mag. Karl Brachtl), Chemie/Physik (Kursleitung: Ing. Andreas Wind, BEd), Biologie (Kursleitung: Dr. Christina Morgenstern) und Mathematik/Physik (Kursleitung: Stefan Lobnig, BEd) teilgenommen. Die Kursleiter/innen hatten mit den Kindern altersunabhängig und schulunabhängig an anspruchsvollen Themen gearbeitet. Die Schüler/innen beschäftigten sich am Nachmittag mit Kryptogrammen, führten chemische und physikalische Experimente durch, erstellten Lapbooks und experimentierten mit Gedichten. Sie untersuchten biologische Lebewesen und erforschten den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Schuljahr 2017/18 haben rund 430 Volksschulkinder teilgenommen und Kurse besucht, das Interesse war jedoch wesentlich höher, sodass im Schuljahr 2018/19 das Programm auf 60 Werkstätten ausgeweitet worden ist und rund 650 teilnehmende Kinder gezählt wurden. Georg Niedersüß vom Verein Wirtschaft und Bildung betonte, dass es eine „Kunst ist, spezielle Begabungen in den Kinder zu wecken, was alleine in der Schule nicht möglich ist“, daher wurden die Werkstätten ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt der Werkstätten liegt auf Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache, und werden außerschulisch, einmal im Monat an einem Nachmittag durchgeführt. In Mathematik ging es heuer um Kryptogramme, Zahlenfolgen, Lösen von Aufgaben und Zahlenspiele, in Deutsch befasste man sich mit digitalen Formulierungen, Rollen, Gedichte und Leseabenteuer, in den Naturwissenschaften beschäftigten sich die Kinder mit Chemie, Physik, entsprechenden Experimenten und in Biologie nahm man sich mittels Mikroskopen und Lupen der Lebewesen an.

Der Verein Wirtschaft und Bildung, die Landesregierung, die Bildungsdirektion für Kärnten, BIKO mach MINT sowie der Verein INIZIA sponsern das Projekt „Werkstätten“ seit dem Schuljahr 2017/18. Die Talentecamps werden von der Industriellenvereinigung Kärnten unterstützt und mitfinanziert. „Als Industriellenvereinigung sehen wir uns verantwortlich für die Jugend und müssen ihre Talente erkennen und sie unterstützten. Sie sind unsere Zukunft“, so Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung.

Musikalisch wurde die Feier von Julias Schantl (Horn) und Petra Wiesflecker (Klavier) umrahmt. Der junge Künstler, der 2019 den 1. Preis beim Prima la musica Landeswettbewerb erspielte, verzauberte die anwesenden Kinder, Jugendlichen, Eltern und Ehrengäste mit seiner Darbietung.

Der Verleihung im Konzerthaus beigewohnt haben LAbg. Stefan Sandrieser, Dr. Dagmar Zöhrer (Fachreferentin für Begabungsförderung), Mag. Barbara Bergner (Abteilungsleitung der Bildungsregion Ost), Mag. Gerlinde Duller (Verein INIZIA und Organisatorin der Talentecamps) und Dr. Claudia Mischensky (GF der IV Kärnten).

Text: LPD Kärnten/ Gerlind Robitsch, Bildungsdirektion für Kärnten/ Marianne Kriegl-Pernjak, BEd
Fotos: LPD Kärnten/Fritzpress