Kärntens Schülerinnen und Schüler auf „mathematischer Überholspur“

Sehr erfreulich fallen aus Kärntner Sicht die Ergebnisse der jüngsten Standardkompetenzüberprüfung im Bereich der Mathematik der 4. Schulstufe aus. Wie Kärntens Bildungsdirektor Robert Klinglmair bekannt gab, sei im Vergleich zur Testung 2013 ein enormer und erfolgreicher Aufholprozess gelungen. „Das Gesamtergebnis konnte um 29 Punkte, das ist im Bundesländervergleich der dritthöchste Anstieg, auf 549 Punkte erhöht werden.“ In Österreich fiel der Zuwachs mit einem Plus von 18 Punkten deutlich geringer (551 Punkte) aus.

Der Unterschied zwischen Kärnten und Österreich wurde damit von 13 (im Jahr 2013) auf 2 Punkte (2018) reduziert. Gemessen an Kompetenzstufen wurde der Anteil jener Schülerinnen und Schüler, welcher die Bildungsstandards in Kärnten nicht erreicht haben, um die Hälfte auf sechs Prozent reduziert (Österreich: acht Prozent). Auch der Anteil von Stufe 2 („teilweise erreicht“) sank im Zeitablauf um drei Prozentpunkte auf zehn Prozent (Österreich: zehn Prozent). Gleichzeitig dazu wurde der Anteil „Bildungsstandards erreicht“ auf 69 Prozent erhöht, die Spitzengruppe „übertroffen“ wurde ebenfalls nahezu verdoppelt und liegt mit 14 Prozent nur noch zwei Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt (16 Prozent). „Somit übererfüllen insgesamt 83 Prozent die Standards und wir liegen damit um ein Prozent besser als der Österreichschnitt“, so Klinglmair.

„Erfreut und motiviert“ zeigte sich ob der Ergebnisse Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser, der sich auch bei den Pädagoginnen und Pädagogen für ihr Engagement bedankt: „Die Einführung der Bildungsstandards zeigt positive Wirkung. Kärntens Schülerinnen und Schüler befinden sich wie unser Bundesland insgesamt auf der Überholspur. Daran gilt es jetzt anzuknüpfen und unsere Bemühungen, aber auch die Möglichkeiten, die die Bildungsreform etwa in Form von mehr Autonomie der Schulen bietet, zu forcieren. Dazu braucht es auch noch stärkere Chancengerechtigkeit für alle Kinder, darf ihre schulische und berufliche Ausbildung nicht länger so stark vom Bildungsabschluss der Eltern abhängen“, erklärte Kaiser. Die Politik habe die entsprechenden pädagogischen Rahmenbedingungen konsequent weiterzuentwickeln, etwa unter anderem durch den Ausbau von Ganztagesschulen. Der Bildungsreferent kann sich auch die Einführung eines Frühwarnsystems vorstellen, um Risikoschülerinnen und -schüler identifizieren zu können und präventiv entsprechende Fördermaßnahmen zukommen zu lassen. Daran arbeite man gemeinsam mit der Bildungsdirektion für Kärnten.

Klinglmair betonte die Bedeutung der Bildungsstandards: „Durch deren Einführung wurde eine nachhaltige Ergebnisorientierung in der Planung und Durchführung von Unterricht bewirkt. Die evidenzbasierte Steuerung gewinnt im Zuge des im Jahr 2017 gestarteten Bildungsreformprozesses zunehmend an Bedeutung. Bildungscontrolling, die Erarbeitung eines Ressourcen-Ziel- und Leistungsplans wie auch die verstärkte Schulautonomie in Hinblick auf Unterrichts- und Personalentwicklung basieren auf dieser Entwicklung.“ Der konsequente Weg der Kompetenzentwicklung in einem so zentralen Fach wie Mathematik sei der Richtige, aber es gelte den Fokus verstärkt auf den Anteil jener zu richten, welche noch nicht reüssieren könnten.

Text: LPD Kärnten/Schäfermeier, Zeitlinger, Bildungsdirektion für Kärnten