Internationale Ingenieurpädagogik-Konferenz in Kasan

Vom 23. bis 27. September 2013 fand in Kasan (Russland) die 42. Internationale Fachkonferenz der vom österreichischen Präsidenten Prof. Dr. Michael Auer (FH Kärnten, Villach) geleiteten Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP) statt.

Diese Community der International Engineering Educators hat es sich zum Ziel gesetzt, mit einem eigenen Curriculum die fundierte und kompetente pädagogische Ausbildung von Technik-Lehrer/innen zu verbessern und durch internationale Netzwerktätigkeit zu professionalisieren.

An der Konferenz nahmen rund 400 Bildungsexpert/innen aus mehr als 30 Ländern teil. Auch Österreich war mit einer starken Delegation vertreten, der neben dem IGIP-Präsidenten Dr. Michael Auer Vorstandsmitglied und IGIP-Treasurer LSI Dr. Axel Zafoschnig, MinR. Mag. Wolfgang Pachatz, LSI HR DR. Wilhelm König (NÖ), Direktor Gerald Wiedlack (HTL St.Pölten), sowie Prof. Dipl. Ing. Gabriele Schachinger (TGM Wien) und Prof. Dr. Eleonore Licke (HTL für Chemie, Wien) angehörten. Gerade für österreichische HTL-Lehrer/innen ist die Mitgliedschaft in der IGIP anzustreben, weil sie sich so einerseits eine Zusatzqualifikation erwerben und andererseits auch im internationalen „Journal of Engineering Pedagogy“ Projekte oder Artikel veröffentlichen können.

Neben der Leitung einer Plenardiskussion, der Mitbetreuung und Verleihung des IGIP „Young Scientist Award“, präsentierte LSI Dr. Axel Zafoschnig die neuesten Reformprogramme des österreichischen HTL-Schulwesens, sowie der „Pädagog/innenbildung Neu“. Weitere wichtige und innovative Themen der Konferenz waren die von allen Referent/innen geforderten neuen Lehr- und Lernmethoden, darunter online learning und problem-based-learning, sowie die Auseinandersetzung mit sogenannten “remote labs“, den global vernetzten Labors. Weiters ging es um die Berücksichtigung von sozialen Netzwerken im Unterricht und die Verbesserung von personaler und sozialer Kompetenz der Auszubildenden. Ein sehr hoher Stellenwert wurde von allen Teilnehmer/innen auch den „hands-on-learning“ eingeräumt, das an den österreichischen HTLs über die neuen kompetenzorientieren Lehrpläne im Labor-und Werkstättenunterricht fest verankert ist.

Im Zusammenhang mit der sekundären und tertiären Technikausbildung wurde auch darauf hingewiesen, dass sich zukünftig der größte Teil der Ausbildung eines Individuums in der beruflichen Weiterbildung vollziehen werde. Gerade deswegen kommt der Grundlagenausbildung an den HTL besondere Bedeutung zu, weil die Absolvent/innen sich an diesen Schulen jenes anschlussfähige Wissen schaffen können, dass sie für Studium und Beruf benötigen. Mit vielen neuen pädagogischen Impulsen darüber, was in Zukunft für Ingenieur/innen bedeutsam sein wird, bereichert durch das Knüpfen neuer Netzwerke zu technischen Bildungseinrichtungen in der ganzen Welt, motiviert durch den Informationsaustausch und die angeregten Diskussionen mit Teilnehmerinnen aus anderen Ländern, kehrte die österreichische Delegation nach Hause zurück.