Hervorragende Leistungsbilanz der Kärntner Schüler/innen im Schuljahr 2018/19

Rund 60.200 Kärntner Schüler/innen haben im abgelaufenen Schuljahr – neben zahlreichen Wettbewerbserfolgen – sehr viel geleistet und das zeigt auch die positive Leistungsbeurteilungsbilanz der Kärntner Schulen: „Insgesamt wird in Kärntens Schulen 500.000 Mal die Bestnote „Sehr gut“ im Zeugnis stehen“, zogen Kärntens Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Bildungsdirektor Robert Klinglmair, die sich auch bei den Pädagog/innen für ihr Engagement in einem zunehmend fordernderen Beruf bedanken, und ihnen sowie allen Schüler/innen erholsame Ferien wünschen, eine erfreuliche Bilanz. Und weiter: „Alle Schülerinnen und Schüler sind Botschafter des Bildungslandes Kärnten. Alle mit positivem Zeugnis können richtig stolz auf sich sein, sie haben die sehr hohen An- und Herausforderungen toll gemeistert und sollten auch jene motovieren, denen es heuer vielleicht nicht so gut gegangen ist.“

361.000 „Einser“ entfallen auf den allgemeinen Pflichtschulbereich. Bei den 33.500 Schüler/innen aus Volksschulen, Neuen Mittelschulen, Sonderschulen sowie Polytechnischen Schulen wird es 60 Prozent„Sehr gut“ geben. Insgesamt 26.700 Schüler/innen aus dem Allgemeinbildenden, mittleren und höheren Schulbereich (AHS+BMHS) haben knapp 130.000 „Sehr gut“ erreicht. 13.500 Schüler/innen der 21 Kärntner Gymnasien werden heuer 78.500 „Sehr gut“, davon 3.890 Schüler/innen einen „Ausgezeichneten Erfolg“ und 2.190 Schüler/innen einen „Guten Erfolg“ mit nach Hause bringen. Die Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (9 Handelsakademien & -schulen, 5 Höhere technische Lehranstalten, 1 BafEp, 13 Humanberufliche Schulen,) verzeichnen bei einer insgesamten Schüler/innenzahl von 13.200 heuer 50.000 „Sehr gut“, davon weisen 1.685 Schüler/innen einen „Ausgezeichneten Erfolg“ und 1.792 Schüler/innen einen „Guten Erfolg“ auf.

Erfreulich waren auch die Ergebnisse der diesjährigen Reifeprüfungen, wo sich die Kärntner Schüler/innen als Spitzenreiter im österreichweiten Vergleich präsentierten. Bei der schriftlichen Zentralmatura haben die Kärntner Maturant/innen in vier von sechs Fächern (AHS: Deutsch, Mathematik und Englisch, BHS: Deutsch) die höchste Durchkommens-Quote in ganz Österreich erreicht. 99,6 Prozent der Jugendlichen, die zur schriftlichen Deutsch-Matura angetreten sind, haben diese nach der Kompensationsprüfung auch bestanden. Österreichweit beträgt diese Quote 98,8 Prozent. In Englisch haben es 99,2 Prozent der AHS-Maturant/innen geschafft, um ein Prozent mehr als im Österreichvergleich. in Mathematik bestanden 97,5 Prozent der Kärntner Schüler/innen, bundesweit waren es 95,2 Prozent.

Bei den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) zeigten sich Kärntens Schüler/innen unschlagbar und erreichten in Deutsch mit unglaublichen 99,5 Prozent die Durchkommens-Quote in Österreich (dort schafften es 99,2 Prozent). 95,6 Prozent der Kärntner BHS-Maturant/innen haben die schriftliche Reifeprüfung in Englisch geschafft, österreichweit waren es 96,8 Prozent. In Mathematik liegt die Durchkommens-Quote in Kärnten bei 94,2 Prozent, in Österreich sind es 95 Prozent.

Diese ausgezeichneten Ergebnisse seien aber kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Im Durchschnitt sind wir sehr gut, jetzt müssen wir schauen, dass wir auch in der Spitzengruppe dorthin kommen, wo wir wollen. Wir wissen, wo wir ansetzen müssen, um den Erfolg im nächsten Jahr noch weiter ausbauen zu können“, gibt sich der Bildungsdirektor optimistisch. Bereits frühzeitig wird mit der Begabungs- und Begabtenförderung in diesem Bereich gearbeitet.

Eine wesentliche Neuerung im abgelaufenen Schuljahr war die Einrichtung der Bildungsdirektion für Kärnten; der bisherige Landesschulrat für Kärnten sowie die Schulabteilung im Amt der Kärntner Landesregierung wurden mit 1. Jänner 2019 in einer neuen „Bund-Länder-Behörde zusammengeführt, die nun für 357 Schulen mit rund 60.200 Schüler/innen sowie 7000 Pädagog/innen in Kärnten verantwortlich zeichnet und gemeinsam mit den Schulen Projekte, Initiativen und zeitgemäße Schwerpunkte im Zuge des Autonomiepaketes entwickelt.

„Die Umstellung ist im Großen und Ganzen gut vonstattengegangen, auch wenn es natürlich noch Ecken und Kanten gibt, die abgeschliffen werden müssen. Es wäre auch vermessen zu erwarten, dass die Zusammenführung von zwei Systemen, die 150 Jahre lang getrennt waren, von heute auf morgen funktionieren würde“, so Klinglmair. Die Behörde arbeitet aber mit Hochdruck daran, die Abläufe klarer und effizienter zu gestalten und verfolgt in erster Linie das Ziel, die Basis für entsprechende Ausbildungen zu legen, um junge Menschen bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Der Schuljahresleitsatz 2018/19 lief unter dem Schlagwort „Schulautonomie“, wo im Rahmen der Bildungsreform ein Gestaltungsspielraum für Schulen durch pädagogische, organisatorische aber auch personelle Freiräume geschaffen wurde, den es nachhaltig zu nutzen gilt. Weitere Schwerpunkte wie Mehrsprachigkeit, Internationalisierung sowie digitale Grundbildung und digitale Kompetenzen werden auch im Schuljahr 2019/20 weiterhin ausgebaut.

Weiterhin intensiv widmen wird man sich seitens der Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit Schulen und Eltern auch dem Thema Gewalt an Schulen. „Wir haben viele Projekte, Workshops, Aktionen und Veranstaltungen, die proaktiv wirken. Präventionsmaßnahmen von Schulmediation, Schulpsychologie, Schulärztlicher Dienst, Beratungslehrer/innen und Schulsozialarbeit zeigen bereits Wirkung.

Das Schulsystem wird dieser Pflicht aber nicht alleine nachkommen können, sondern vor allem Eltern und die Gesellschaft müssen mit in die Verantwortung genommen werden“, so Klinglmair. Mit einer eigens erstellten Anti-Mobbingfibel und Notfallmappe, aber auch vielen Initiativen wie u.a. Peer-Mediation & Buddy-Programmen, der Infoveranstaltung „Hass im Netz“ vom Land Kärnten, sowie mit Angeboten von KiJA, Mädchenzentrum Klagenfurt, Präventionsplattform Klagenfurt oder den Präventivbeamten der Polizei, reagiert man gemeinsam auf herausfordernde Situationen.

Weiter zugenommen hat die Zahl der Schüler/innen in der Ganztagesbetreuung. Im Schuljahr 2018/2019 wurden an 168 Standorten, 338 Gruppen mit 6.329 Schüler/innen geführt. Davon gab es 10 Standorte mit 44 Klassen und 836 Schüler/innen in verschränkter Form. Auch im kommenden Schuljahr wird der Ausbau der schulischen Ganztagesbetreuung als Schulform der Zukunft einen wichtigen Schwerpunkt darstellen.

Jene 283 Schüler/innen, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse dem Unterricht nicht folgen konnten, wurden in 21 Deutschförderklassen sowie 390 Schüler/innen in Deutschförderkursen das gesamte Schuljahr über sprachlich fit gemacht. „Im Zweifelsfall sollen die Kinder länger in einer Deutschklasse bleiben als sie zu früh in eine Regelklasse zu schicken,“ betont der Bildungsdirektor und hebt auch andere Projekte im Bereich der sprachlichen Bildung hervor.

Für die meisten Schüler/innen ist der Zeugnistag ein Freudentag, denn es beginnen die Ferien. Bei einigen ist die Freude durch negative Noten getrübt. Für diese Schüler/innen gilt es nicht zu verzagen, sondern zu überlegen, mit welchen Maßnahmen sie ihren Leistungsstand verbessern können. Beratung und Unterstützung erhalten sowohl Schüler/innen als auch Eltern von dem Schulpsycholog/innen, die das ganze Jahr über in allen Bezirken als Ansprechpartner/innen zur Verfügung stehen. Aus Anlass des Jahreszeugnisses sind in allen Beratungsstellen Kärntens Schulpsycholog/innen am 5. Juli 2019 von 8 bis 13 Uhr für telefonische und persönliche Anfragen erreichbar. Zudem begrüßt die Bildungsdirektion für Kärnten Initiativen einer kostenlosen Nachhilfe, um sich entsprechend auf mögliche Nachprüfungen vorzubereiten.

Text: Bildungsdirektion für Kärnten/Claudia Lautischer