Großes Lob für Kärntner Schulen

Sehr beeindruckt von der Qualität der Kärntner Schulen zeigte sich die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Gabriele Heinisch-Hosek. Gemeinsam mit Bildungsreferent LH Peter Kaiser besuchte sie im Rahmen ihres Kärnten-Tages verschiedene Klagenfurter Schulen.

„Kompliment und große Hochachtung, es ist großartig, was hier geleistet wird und Ihre engagierte Arbeit muss der Öffentlichkeit viel mehr gezeigt werden“, so die Ministerin. Großes Lob gab es auch vom Landeshauptmann: „Danke für das, was Ihr leistet, es ist absolut großartig.“

Gestartet wurde in der Volksschule 11 in St. Ruprecht, wo sich die Ministerin lange Zeit nahm, um alle Fragen der Kinder zu beantworten. Direktorin Ilse Fina berichtete, dass es in der Friedensschule St. Ruprecht in manchen Klassen einen Migrantenanteil von 100 Prozent gebe. „Mit unserer Arbeit wollen wir bewirken, dass die Kinder zum Gelingen der Demokratie beitragen.“ Im Gespräch mit allen Lehrkräften wurden wichtige Anliegen an die Ministerin herangetragen. Besonders betont wurde auch die dringend notwendige Aufwertung des Lehrberufes. Nicht immer sei das Glück in Höheren Schulen zu finden, das Handwerk müsse neu bewertet werden, so der Tenor aller Anwesenden. „Ich lege großen Wert darauf, das Vertrauen zur großartigen Gruppe der Lehrerinnen und Lehrer wieder zu erlangen“, sagte die Ministerin. Vom Minoritenplatz aus sei es leicht Gesetze zu verabschieden, aber dabei komme oft die Praxis zu kurz. „Ich bin hier, weil mich das Leben in der Schule und die Kinder interessieren, alle ihre Anliegen werden sehr ernst genommen.“

Kaiser informierte, dass in Kärnten 99,2 Prozent der Kinder das verpflichtende Kindergartenjahr besuchten, im freiwilligen Jahr davor seien es nur 73,8 Prozent. Außerdem berichtete der Bildungsreferent von einem Pilotprojekt, das Kinder bei ihrem Übertritt vom Kindergarten in die Schule unterstützt. „Kindergartenpädagoginnen und –pädagogen sollen als Begleiter und Vertrauenspersonen in der Schuleingangsphase den Kindern zur Verfügung stehen“, so der Landeshauptmann.

In der Neuen Mittelschule St. Ruprecht präsentierte Direktor Robert Germ sehr innovative Projekte wie beispielsweise die „Time out Klasse“ oder eine Theatergruppe. Im Gespräch mit dem Lehrkörper wurde die Sinnhaftigkeit des Notensystems diskutiert. Eine Initiative für den Schulstandort St. Ruprecht kam von Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz: „Wir müssen diesen Standort aufwerten und das Image heben, denn hier wird pädagogisch wertvolle Arbeit geleistet.“ Beim Rundgang durch das Schulzentrum Mössingerstraße zeigten die Schülerinnen und Schüler ihr umfassendes Können. Dafür und für die hervorragende Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen gab es umfassendes Lob. „Es ist schön zu sehen mit wie viel Freude hier innovativ gearbeitet wird.“

Im naturwissenschaftlichen Lerngarten Klagenfurt (Projektträger ist die Pädagogische Hochschule) informierte Projektleiter Peter Holub über die Pläne einer Neuansiedlung im Lakeside District und einer Erweiterung. Zu den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Biologie soll Mathematik dazukommenIm letzten Programmpunkt stellten Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger im Rahmen einer Pressekonferenz die Bildungsschwerpunkte näher vor. Gemeinsamer Tenor: Die begonnenen Bildungsreformen sollen intensiviert werden. Wie der Landeshauptmann sagte, habe die Bundesministerin im Rahmen ihres heutigen Kärnten-Tages mehrere Bildungsinstitutionen sowie Kooperationsmodelle besichtigt. „In Kärnten ist sehr viel in Bewegung gekommen“, sagte Heinisch-Hosek. Sie dankte Kaiser und Altersberger für das bildungspolitische Engagement. Kärnten zeige in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle. Beeindruckt zeigte sich die Ministerin vom Verbund der AHS und HTL Mössingerstraße in Klagenfurt. Der Landeshauptmann wies auch auf die Chancen von Pilotprojekten hin, die es durch die Zusammenarbeit von Pädagogischer Hochschule und Universität Klagenfurt geben könne.

Einig waren sich die Ministerin, der Landeshauptmann und der Landesschulratspräsident darin, ganztägige Schulformen in verschränkter Form voranzutreiben. Insgesamt würden bis 2018 dafür 30,4 Millionen Euro für den Ausbau von Ganztagesschulformen für Kärnten bereitgestellt. Die Hälfte davon könnte für bauliche Investitionen verwendet werden. Österreichweit sollen insgesamt 400 Mio. Euro in den Schulbereich investiert werden und an die 200.000 Plätze im ganztägigen Schulbereich geschaffen werden. Weitere 350 Mio. Euro an Investitionen sollen in den nächsten Jahren dem Kinderbetreuungsbereich zugutekommen. Damit seien auch Hunderte Arbeitsplätze für Pädagoginnen und Pädagogen sowie im Bau- und Baunebengewerbe verbunden. Wichtig sei das Zusammenspiel von Schule, Eltern und Schülern, betonte die Ministerin. Mit den ganztägig verschränkten Schulformen soll es gelingen, Bildungsnachteile bestmöglich auszugleichen. Der Landeshauptmann sagte, dass man im Sinne des Kärntner Kinderbetreuungs-, Bildungs- und Schulstandortkonzeptes vorgehen werde. Dieses integrative Konzept berücksichtige auch die demografische Entwicklung.

Klargestellt wurde auch, dass die Neue Mittelschule ersten Messungen zufolge viel Positives erbracht habe, so seien beispielsweise die sozialen Unterschiede zurückgegangen. Kärnten werde die Neue Mittelschule bereits 2015 flächendeckend umgesetzt haben. Österreichweit soll dies bis 2018 erfolgen, so die Ministerin. Ihr liege auch sehr viel an der Schnittstelle Kindergarten und Volksschule. Weiters lege sie Augenmerk auf die Themen Schulautonomie sowie Jugendcoaching, um junge Menschen wieder in Schulen oder Lehrwerkstätten zu integrieren, berichtete die Ministerin.
Der Landeshauptmann sagte, dass man noch viel Aufholbedarf im Kinderbetreuungsbereich habe. Weiter vorankommen wolle man hier auch über den Weg von Betriebskindergärten bzw. –Krabbelstuben.

Aber an manchen Orten würden Verbesserungen nur über das Modell der Tagesmütter möglich sein, so Kaiser. Landesschulratspräsident Altersberger erwähnte das steigende Interesse an ganztägig verschränkten Schulformen. Auch gebe es in Kärnten interessante Pilotprojekte wie etwa in Klagenfurt St. Ruprecht, wo vom Kindergarten bis zu den Höheren Schulen Kooperationsmodelle erarbeitet würden. Gute Schulen seien vor allem auch für die Demokratie wichtig, so Altersberger. Der Landeshauptmann dankte der Ministerin für ihren Kärnten-Besuch. „Du bist hier herzlich willkommen“, so Kaiser.
Am Kärnten-Tag dabei waren auch Bundesrätin Ana Blatnik, Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, Univ.Prof. Oliver Vitouch, Rektor der Alpen Adria Universität, Christina Beretta, Vizerektorin für Lehre und Internationales, Univ.Prof. Konrad Krainer, Direktor der School of Education, PHK-Rektorin Marlies Krainz-Dürr, Univ.Doz. Gabriele Khan, Vizerektorin für Forschung und Entwicklung, Peter Wieser, Direktor des Landesschulrates, die Landesschulinspektoren Beatrice Haidl (NMS), Jovita Trummer (APS), Karl Maier (APS) und Sabine Sandrieser (zweisprachiges Schulwesen) sowie der Vorsitzende des APS-Zentralausschusses, Stefan Sandrieser.

Redaktion: Ulli Sternig, Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/fritzpress