Gesundheitskonferenz 2013

Thema: seelische Auffälligkeiten im Kindes und Jugendalter

Ein Thema mit dem wohl alle in der Schule wirkenden Fachkräfte immer wieder konfrontiert werden. Durch die rege Beteiligung an der Konferenz zeigten sowohl Schulärzte als auch Pädagogen ihr Interesse an diesem Thema.

In den einführenden Worten wiesen sowohl Präs. Mag. Ebner als auch Vizepräsident Rudolf Altersberger darauf hin, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle der Schüler immer wichtiger wird, dass es rechtlich bessere Grundlagen geben sollte um die schulärztliche Tätigkeit in weiterem Umfang ausüben zu dürfen.
NDie Ehre ihrer Anwesenheit gab uns auch die Bundesschulärztin Dr. Elisabeth Wilkens vom BMUKK und sie war begeistert von der Veranstaltung und vom Vortrag der Referentin.

Die Referentin, Frau Dr. Maria Brunner-Hantsch, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, erfahrene Familientherapeutin Triple P Trainerin und Supervisorin kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Sowohl für Eltern als auch für Pädagogen hat sie einfache und effektive Vorschläge für Interventionen.

Die Zahl verhaltensauffälliger Kinder nimmt alarmierend zu: 9,6% der Kindergartenkinder, 8% der Schulkinder und 18% der Jugendlichen. 50% davon haben eine psychische Störung.Die Entstehungsbedingungen der Verhaltensauffälligkeiten liegen sowohl in der Genetik, als auch in fördernden und hemmenden äußeren Bedingungen wie Familie, mangelnde Erziehung, grenzenlose Medien, gesellschaftliche Veränderungen.Wichtige Schutzfaktoren sind liebende verlässliche unaufgeregte feste reflektierende Bezugspersonen.

Sie bietet als eine Lösungsmöglichkeit die neue antiautoritative Erziehung und stellt die Entwicklung von der autoritären über die antiautoritäre zum antiautoritativen Weg dar.
Hirnforscher haben belegt, dass das Fehlen von Grenzen nicht weniger schädlich ist als die engstirnigste autoritäre Erziehung.

Die heutige Zeit beschert uns folgende Phänomene: -Verlust an Werten wie Familie, Struktur, Umwelt, Gesellschaft, Natur.- eine Reizüberflutung von Computer, Internet… und am 7. Tage sollst du shoppen –eine neue Sozialisation Druck von peer group, Medien, Virtualisierung Ökonomisierung Veränderung des Rollenbildes, Überversorgung.

Aus Kindern die zu viel dürfen werden Kinder die zu wenig können.

Treten Störungen auf so ist eine umfassende Exploration sinnvoll, mit einer Krankheitsanamnese, körperlicher Untersuchung, soz. Anamnese und psycholog. Abklärung.
Nur so kann eine sinnvolle Zuweisung zu entsprechenden Hilfseinrichtungen erfolgen.
Von Teilleistungsstörungen über Depression, Angststörungen, Zwangsstörungen, ADHS, psychosomat. Beschwerden, Schmerzzuständen über Drogen, Banden, Jugendagressivität, Suchtverhalten, selbstverletzendes Verhalten, Suchtverhalten, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens über einfache mangelnde Erziehung und Überforderung haben wir eine breite Palette an möglichen Störungen.

Behandlungsmöglichkeiten: Erziehungsänderung
Psychologie und Psychotherapie
Medikamente
Vernetzung

Die antiautoritative Erziehung nach Haim Omer:
Die Gehirnentwicklung ist nach 21-25 Jahren abgeschlossen. Die Kindheit ist eine Entwicklungsphase und die Kinder brauchen in dieser Phase Unterstützung durch Präsenz, entschlossenes Handeln und Unterstützung von außen. Sie benötigen Liebe, Respekt, Achtung, Kooperation und Mitbestimmung, Struktur und Grenzen.

Wichtig für die gesunde Seele sind: Gleichmäßige Aufteilung von Lernen
Essen
Schlafen
Bewegung
Medien

Bei Störungen kann die multiprofessionelle Therapie erfolgen durch:
Medikamentöse Therapie durch den Arzt
Erziehungsberatung und Elterncoaching
Veränderungen der Rahmenbedingungen
Lerncoaching, Nachhilfe
Gruppen und störungsspezifische
Einzeltherapie des Kindes

Auch für Pädagogen gibt es wertvolle Ratschläge für schwierige Situationen und die Möglichkeit sich in Seminaren Unterstützung zu holen.

Wir danken Frau Dr. Brunner-Hantsch für diesen fesselnden Vortrag und allen Interessenten für Ihre Teilnahme.

Dr. Wagner-Reif Heidemarie
Landesschulärztin