Chinesische Provinzen wollen mit Kärnten kooperieren

Sehr an Bildungskooperationen mit Kärnten interessiert sind die beiden chinesischen Provinzen Henan und Guizhou, dessen große Delegationen von Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser im Spiegelsaal der Landesregierung empfangen wurden. Zusammengezählt haben die beiden Provinzen über 140 Millionen Einwohner, in Henan gibt es 140 und in Guizhou 72 Hochschulen, die nach der Reifeprüfung besucht werden können. Neun der Top-Universitäten aus Henan sind auch in der Delegation vertreten. Konkret geht es den Chinesinnen und Chinesen um den Austausch von Studierenden und Lehrenden sowie um gemeinsame wissenschaftliche Projekte. Weil Henan und Guizhou bedeutende Tourismusstandorte sind, wollen sie insbesondere auch in der Tourismusausbildung mit Kärnten kooperieren.

„Ich freue mich, dass wir uns über Bildung austauschen, eines der wichtigsten und die Zukunft prägendsten Themen“, sagte Kaiser. Er stellte den Gästen aus China das österreichische Bildungssystem kurz vor und ging auf die Schwerpunkte in Kärnten ein. Der Landeshauptmann sagte, dass Kärnten knapp 24 Prozent des Jahresbudgets für Bildung aufwende. „Bildungsarbeit beginnen wir schon im frühesten Kindesalter und haben insgesamt ein lebensbegleitendes Bildungssystem“, so Kaiser. Er spannte den Bogen von der Elementarpädagogik über die duale Ausbildung bis hin zur universitären.

Der Bildungsminister von Henan, Diao Yuhua, sagte, dass es in seiner Provinz 140 Hochschulen gebe. Henan habe rund 100 Millionen Einwohner, 28 Millionen davon seien Lehrkräfte, Professoren, Studierende, Schülerinnen und Schüler. „Internationale Kooperationen sind sehr wichtig für uns, im Bildungsbereich arbeiten wir mit 60 Ländern, vor allem mit Deutschland, Italien und Frankreich, in 270 Projekten zusammen“, so Diao. Österreich bezeichnete er als besonders interessant für Kooperationen, weil es in einigen Bildungsbereichen Vorreiter sei. Der Minister verwies auch auf mögliche Stipendien für Kärntner Studierende, die an einem Austauschprogramm mit Henan interessiert wären.

Die Vize-Bildungsministerin von Guizhou, Wang Hui, sagte, dass es in ihrer Provinz 181 Höhere Schulen gebe, außerdem 72 Hochschulen, von denen man 29 mit dem Bachelor und 14 mit dem Masterstudium abschließen könne. Von den 42 Millionen Einwohnern seien über zehn Millionen, also rund ein Viertel, Lehrkräfte, Professorinnen und Professoren, Studierende, Schülerinnen und Schüler.

Technologie- und Forschungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig nannte die Kärntner Lehrwerkstätten, die duale Ausbildung und die vielen Erfolge bei internationalen Lehrlingswettbewerben. „Bildungs- und Ausbildungsschwerpunkte setzen wir vor allem auch bei Kärntens Stärken in erneuerbarer Energie und Mikroelektronik“, so Schaunig.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair zeigte sich an möglichen Kooperationen mit den beiden chinesischen Provinzen sehr interessiert. Er sagte, dass die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt eine sehr offene Uni sei und weltweit über 200 Partnerunis habe. Auch im Bereich der Höheren Schulen könnte man Projekte starten.

Von Kärntner Seite waren beim Gesprächstermin u.a. auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek sowie Klaus-Peter Haberl und Peter Wieser vom Führungsteam der Bildungsdirektion anwesend. Die chinesische Delegation besuchte noch die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, den Lakeside Science & Technology Park sowie die Fachhochschule Kärnten in Villach.

Redaktion: LPD Kärnten/Markus Böhm
Foto: LPD Kärnten/Jannach