Übungsfirma goes QualitätsAudit

Die Übungsfirmen stellen in Zusammenarbeit mit realen Betrieben ein wichtiges Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft dar. Eine Übungsfirma ist ein Modell eines realen Unternehmens, eine Unternehmenssimulation in den österreichischen berufsbildenden Schulen und der Erwachsenenbildung, vor allem in Handelsakademien und Handelsschulen. Die Schüler/innen können fächerübergreifend ihre bisher erlernten Kompetenzen (Fachwissen, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und Selbstkompetenz) praktisch und vernetzt anwenden, erproben und erhöhen. In einer Übungsfirma werden alle betrieblichen Vorgänge, die auch in der realen Wirtschaft erforderlich sind, abgewickelt – die Übungsfirma ist Teil der Entrepreneurship Education.

Unternehmerisches Denken und Handeln, selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten sowie soziale und fachliche Kompetenzen stehen im Focus. Für die zukünftigen Entrepreneure sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit ebenso gelebter Alltag in der Übungsfirma wie Netzwerken und Globalisierung.

Um alle betrieblichen Vorgänge so praxisgerecht wie möglich durchführen zu können, gibt es die Servicestelle der österreichischen Übungsfirmen ACT (Austrian Center for Training firms), wo ungefähr 1.000 aktive Übungsfirmen registriert sind. ACT bietet verschiedene Dienste und Einrichtungen für die Übungsfirmen (z. B. Firmenbuch, Gewerbebehörde, Bank, Finanzamt, Sozialversicherung, Webshop, Kreditkarte und Gericht).

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses können sich alle aktiven Übungsfirmen aus Österreich, die im ACT-Firmenbuch eingetragen sind, einem externen QualitätsAudit unterziehen.

Das Grundkonzept der Zertifizierung liegt im PDCA-Kreislauf, wo Betriebe ausgehend von einer fundierten Planung Maßnahmen setzen und durchführen, diese dann überprüfen und Anpassungsmaßnahmen für die Zukunft aus den Ergebnissen ableiten. Wird der Unterricht in den Übungsfirmen in dieser Art geführt, sind gleichzeitig auch die Anforderungen des kompetenzorientierten Lehrplans abgedeckt.

Die Übungsfirmen haben zu drei Teilbereichen 24 verschiedene Muss-Kriterien zu erfüllen:

  • A-Bereich zum Geschäftsmodell: Ein Businessprofile für die Übungsfirma wird festgelegt, die Ziele und die Jahresschwerpunkte werden daraus abgeleitet. Die Übungsfirma stellt sich als Betrieb und als Lernort dar und gibt Einblicke in ihre Website und ihren ACT-Webshop.
  • B-Bereich zu den Geschäftsprozessen: Ausgehend von einem Investitionsplan und einer Plan-Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden komplette Geschäftsfälle, die Personalverrechnung und das Steuerwesen dargestellt. Natürlich werden hier alle Behördenwege praxisgerecht und digitalisiert mit den Online-Dienstleistungen von ACT abgewickelt.
  • C-Bereich zur Kompetenzentwicklung: Kompetenzchecks mithilfe von Online-Tools und Mitarbeitergespräche werden dargelegt.

Im Rahmen des QualitätsAudits 2019 haben österreichweit 4.000 Schülerinnen und Schüler bewiesen, dass sie für die Arbeitswelt 4.0 gerüstet sind. Bildungsdirektor Dr. Robert Klinglmair gratuliert zu den erfolgreichen Zertifizierungen und ist stolz, dass die Handelsakademien in Kärnten mit ihren Übungsfirmen schon lange eine fruchtbringende Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft leben, die im Zuge der Schulautonomie und Bildungsreform einen immer größeren Stellenwert einnimmt.

Unsere Übungsfirmen sind unsere Zukunft.
Schule 4.0 und Digitalisierung 4.0 leben in diesem Konzept.

Folgende Übungsfirmen haben in Kärnten das QualitätsAudit erfolgreich absolviert: 

Name der

Übungsfirma

Leiter 1 Schule
Esprit Handels GmbH Mag. Roswitha Wimmer Hak 1 Klagenfurt
Two Stars
Autohandelsges. m. b. H.
Mag. Birgit Leitsberger und

Mag. Roswitha Wimmer

Hak 1 Klagenfurt
Liwu GetränkehandelsgesmbH Mag. Ester Keiler Hak 1 Klagenfurt
iVision IT-Dienstleistungen und Handels GmbH GmbH Mag. Gerhard Friesacher Hak 1 Klagenfurt
ERGONOMICA sit & walk Handels-Ges.m.b.H Mag. Helfried Geihofer Hak 1 Klagenfurt
Büroartikel GmbH MMag. Angelika Santler Hak 1 Klagenfurt
     
BauBaron Innen- und Außengestaltungs GmbH Mag. Arno Legat Hak Villach
Microsued-Verwaltung Handel GmbH Mag. Hannelore Frühwirth Hak Villach
     
printED GmbH Mag. Claudia Jessner Hak Spittal
BIOKO GmbH Mag. Hilde Kleinfercher Hak Spittal
style IT Ges.m.b.H Mag. Hilde Kleinfercher Hak Spittal
office&more GmbH Mag. Hilde Kleinfercher Hak Spittal
Electronic Trade Handels-Ges.m.b.H. MMag. Erwin Theuermann Hak Spittal
     
Art Creative GmbH Mag. Heike Straßer Hak Völkermarkt
MODELLWELT Modellbaufachhandel GmbH Mag. Günther Kurnig Hak Völkermarkt
CYBERBOX Handels GmbH Mag. Ulrike Messner-Lasnik Hak Völkermarkt
     
Bodyguards&Security Systems – Wachdienst-Sicherheitssysteme GmbH Mag. Christine Kleiber Hak Feldkirchen

Die Übungsfirma Two Stars Autohandels GmbH ist die erste vollkommen digital geführte (papierlose) Übungsfirma Österreichs, die das QualitätsAudit erfolgreich bestanden hat. Mit der Übungsfirma Esprit Handels GmbH konnte auch erstmals in Österreich eine Übungsfirma aus dem Abendschulbereich erfolgreich zertifiziert werden.

ÖKOLOG goes PUBLIC 3.0

Seit nunmehr 21 Jahren gibt es in Kärnten ausgezeichnete ÖKOLOG-Schulen. Insgesamt befinden sich derzeit folgende 52 Schulen im ÖKOLOG Netzwerk: 25 Volksschulen, 13 NMS, 3 AHS, 4 BHS, 1FBS, 2 LWFS, die Pädagogische Hochschule sowie 3 Sonstige Schulformen (PTS Spittal/Drau, SEF Seebach, Waldorfschule)

Lehrer/innen und Schüler/innen arbeiten gemeinsam an den brennenden Themen unserer Zeit. Die Auseinandersetzung mit Ökologie, Wirtschaft und sozialen Belangen ist in den meisten ÖKOLOG-Schulen und ÖKOLOG Pädagogischen Hochschulen im Leitbild bzw. Schulprogramm verankert und regt zu nachhaltigem Denken und Handeln an. Dabei werden Schulleitungen und Lehrer/innen durch ÖKOLOG, dem größten Netzwerk für Schule und Umwelt in Österreich, unterstützt und gefördert

Initiator des ÖKOLOG-Programms ist das Bildungsministerium. Seit Jahren setzen ÖKOLOG-Schulen das Unterrichtsprinzip „Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung“ um und vermitteln unseren Schüler/innen Kompetenzen für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Zahlreiche Projekte und die praktische Umsetzung im Schulalltag (wie Energie- und Ressourcen sparen, Abfallvermeidung, bewusste Ernährung) sorgen bei der Ausbildung junger Menschen für einen unschätzbar hohen Mehrwert für unser alltägliches Miteinander.

Um diese Leistungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, hat das ÖKOLOG- Regionalteam Kärnten in Kooperation mit dem ehem. LSR, jetzt Bildungsdirektion für Kärnten, die Ausstellungsreihe „ÖKOLOG goes PUBLIC“ ins Leben gerufen. Gleichzeitig ist der Monat Mai zum „ÖKOLOG Monat“ erklärt worden. Themen aus dem vielschichtigen Bereich ÖKOLOG –  Natur- und Umwelt, Energie, Mobilität, Wasser, Abfall, Schul-Klassenklima, Soziales usw. stehen in diesem Zeitraum im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit.

Im Rahmen der diesjährigen Ausstellung im Mai 2019 präsentieren 9 ÖKOLOG – Schulen ihre besonderen Projekte im Bereich Umweltbildung und Nachhaltigkeit. Organisiert und kuratiert hat die Ausstellung das ÖKOLOG- Regionalteam Kärnten in Kooperation mit Bildungsdirektion für Kärnten. Die ausgestellten Projekte zeigen die Vielschichtigkeit des Zugangs und die Kreativität der Bearbeitung der Themenbereiche Umwelt, Energie, Wasser, Abfall, Klima, Schul-Klassenklima, Soziales, Kulturraum, Handwerk, u.v.m. Die Ausstellung kann noch bis 6. Juni 2019 in den Räumlichkeiten der Bildungsdirektion besucht werden.

ÖKOLOG-Schulen, die diesmal ausstellen:

  • VS 23 Wölfnitz – Thema: „Handwerk olé, Langeweile ade“ – handwerkliche Kompetenzen erweitern, Möglichkeiten finden, kreativ sein und nicht dauernd am Handy, z.B.: beleuchtete Bilder, Stricken mit selbstgebauter Strickmaschine, Brückenbau aus Restmaterialien
  • NMS Gegendtal-Treffen: Wasserprojekt/ Umgang mit Natur, Lebensquellwasser und Wassertiere, Wasserwelt Objektgestaltung, Recyclingmaterialien, erneuerbare Energie
  • VS St. Veit
    1.) Schulübergreifendes Projekt der VS St. Veit/Glan/und VS Straßburg: Physik zum Frühstück/physical breakfast; Forschungsfrage: Was haben Lawinen und Müsli gemeinsam? Unterrichtsmodule mit Knobelaufgaben in Deutsch und Englisch in unterschiedlichen Niveaus mit Freihandversuchen zum Thema Mischen und Entmischen
    2.) „Feliz NAWI-Daz“- Kooperationsprojekt, Schüler_innen/ Kinder mit  Migrationshintergrund erforschen Farben
  • NMS 10 Klagenfurt: „NMS10 – ökologisch, sozial, innovativ“;die Ausstellung bezieht sich auf diese Bereiche
  • HBLA Pitzelstätten – Umwelttag mit Stationenbetrieb in der Schule zu umweltfreundlichen, gesunden und nachhaltigen Alternativen in den Bereichen Kosmetik, Reinigung, Ernährung und Landwirtschaft.
    8 Stationen: Naturkosmetik, Insektenhotel, Reinigungsmittel, Saisonale Smoothies, Blumenwiese, Stofftaschen statt Plastiksäcke, Upcycling, Mülltrennolympiade
  • SFS Seebach – Inklusives Upcycling Kunstprojekt: Wunderland Papier und Stein in Kooperation mit der VS Gmünd
  • NMS Griffen: CO2- footprint, Nistkästen „for birds“
  • NMS Völkermarkt – Die tolle Knolle: ein besonderes Alternativprogramm mit Kartoffeln, mit denen im Physikunterricht sogar Strom erzeugt wurde
  • NMS Wölfnitz
    Thema 1: Nachhaltigkeit (Baumwolle statt Plastik) und Kreativität: Schülerinnen der 3. Klassen bestickten im Werkunterricht Baumwoll-Rucksäcke mit verschiedenen Motiven. Ansporn sollte es sein, nach einem Wandertag den Müll der mitgebrachten Jause auch wieder nach Hause zu tragen.
    Thema 2: Müllwerk wird Kunstwerk: Die Ökologieschüler der 2. Klassen besuchten die Ausstellung „Verlockungen des Alltags“ von Jan Henderikse in der Stadtgalerie Klagenfurt.  Anschließend gestalteten die Schüler/innen Assemblagen.

Bildungsdirektor Dr. Robert Klinglmair hob bei der Ausstellungseröffnung die Bedeutung von Umwelterziehung in den Kärntner Schulen von der Volksschule bis zu den Höheren Schulen hervor. „Die Kreativität, der praxisorientierte und lebensnahe Ansatz bei der Bearbeitung der Thematiken im Unterricht nimmt einen wichtigen Stellenwert ein und sorgt somit für nachhaltiges Einprägen und positive Folgewirkungen in der Zukunft,“ zeigte sich der Bildungsdirektor vom vorbildlichen Engagement der Schüler/innen begeistert und sprach allen Lehrer/innen Dank aus, die mit ihrem Handeln und Wirken dazu beitragen, das Bewusstsein der Kinder im Umgang mit unserer Natur und Umwelt nachhaltig zu bilden und zu schärfen. Der Einsatz kreativer Methoden bewirkt eine Auseinandersetzung mit Werten und Haltungen und fordert Respekt für die natürlichen Ressourcen, heute und für zukünftige Generationen, ein.

Gesund – Gesünder – CHS Villach

Eine besondere Ehre wurde dem CHS Villach Anfang Mai zuteil: Für das überdurchschnittliche Engagement in Sachen Gesundheit durfte die Leiterin Petra Mayer ein Zertifikat seitens der KGKK und der PVA entgegennehmen. Während der letzten beiden Jahre nahm man am aktuell auslaufenden Projekt „Gesunde BMHS“ teil und konnte im Zuge dessen allerlei Gesundheitsförderndes in die Wege leiten.

Die Servicestelle „Schule“ der KGKK führt seit dem Schuljahr 2016/2017 in Kooperation mit der BVA Kärnten das Projekt „Gesunde BMHS“ an vier Kärntner berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) durch. „Gesunde BMHS“ ist ein Gesundheitsförderungsprogramm für Schulen, welche langfristig am Thema Gesundheit arbeiten möchten. Übergeordnetes Ziel ist es, den Lebensraum Schule für alle Beteiligten gesundheitsförderlich zu gestalten und motivierende Arbeits- und Lernbedingungen zu schaffen.

Die gesundheitsfördernden Maßnahmen des CHS Villach sind vielfältig: Nordic Walking, Achtsamkeits-Training, Bio-Produkte in der Betriebsküche sind nur einige der Schwerpunkte, die erfolgreich für alle im Schulleben involvierten Personen (Schüler/innen, Lehrer/innen & sonstige Mitarbeiter/innen) unter der Regie von Fachvorständin Gertraud Tomaschitz realisiert worden sind.

Das CHS Villach ist nicht nur die größte Schule Kärntens – Es ist vor allem bekannt dafür, dass trotz sehr hohem Leistungs-Niveau vor Ort auch eine besonders soziale Atmosphäre dominiert. Für Direktorin Petra Mayer steht dabei immer der Mensch im Mittelpunkt – zweifelsohne ein enorm wichtiges Fundament für die Gesundheit aller Menschen am CHS Villach.

 

Text: Corinna Kofler / CHS Villach

Fotos: Gert Steinthaler / CHS Villach

Das Siegerteam des Quiz „Politische Bildung-Europa-Quiz 2019“ auf Bildungsreise in Slowenien

Eine kleine, aber feine Reisegruppe traf sich am 23. April 2019 frühmorgens, also noch in den Osterferien, um sich auf den Weg nach Laibach/Ljubljana zu machen. Ein erster Stopp wurde bereits nach einigen wenigen Kilometern eingelegt, um bei den 1943 errichteten Außenlagern des KZ Mauthausen Nord und Süd am Loiblpass, der Menschen zu gedenken, die unter schrecklichsten menschenverachtenden Bedingungen den Tunnel durch die Karawanken graben mussten. Leider wissen viele Kärntnerinnen und Kärntnern immer noch nicht, dass es Häftlinge des Vernichtungslagers Mauthausen waren, die diesen Tunnel gegraben haben. Viele sind dabei zu Tode geschunden oder sogar vorsätzlich ermordet worden.

Von unserem sprach- und fachkundigen Reiseleiter, Mag. Dr. Theodor Domej, dem ehemaligen Fachinspektor für Slowenisch an mittleren und höheren Schulen in Kärnten, erhielten wir viele historische, aber auch aktuelle Informationen zu unserem Nachbarland Slowenien. Er erzählte uns u.a. vom berühmten slowenischen Architekten Jože Plečnik und zeigte uns im Rahmen der Stadterkundung einige seiner Bauten wie z. B. Tromostovje – die drei Brücken sowie die National- und Universitätsbibliothek. Dem Nationaldichter France Prešeren, der einige Zeit auch in Klagenfurt gelebt hatte, begegneten wir am Hauptplatz von Ljubljana in Form der überlebensgroßen Statue.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des slowenischen Parlaments mit einer englischsprachigen Führung und das Gespräch mit der Vorsitzenden der Österreich-Freundschafts – Parlamentsgruppe, Frau Abgeordnete Ljudmila Novak. Sie ist auch Kandidatin für die EU Wahl der Partei Nova Slovenija – Krscanska Ljudska Stranka und stellte uns auf Nachfrage  kurz ihre Pläne für die Zukunft Slowenien in der EU vor. Bereits von 2004 bis 2009 gehörte sie dem Europäischen Parlament an.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Innenstadt besuchten wir das Büro der deutschsprachigen Volksgruppen. Im Rahmen eines Round -Table Gesprächs mit dem Vorsitzenden der Deutschen Minderheit in Slowenien, Christian Lautischer gemeinsam mit Manuel Jug, dem jungen Vorsitzenden des Zentralverband Slowenischer Organisationen (ZSO) in Kärnten, erfuhren wir von den Bemühungen der Minderheit um Anerkennung als autochthone Volksgruppe und den Erhalt der Kultur und Sprache in Slowenien.

Der Gottscheer August Grill erzählte uns als Zeitzeuge in seiner Gottscheer Sprache (ein altertümlicher Dialekt) von der Gottschee/ Kočevje und der fast verlorenen Kultur, die es als Weltkulturerbe zu erhalten gäbe.

Der Aufstieg auf die Burg von Ljubljana, die imposant über der Stadtmitte thront, war nach einer kleinen Stärkung auf Einladung des Volksgruppenbüros trotz des Regens für die Gruppe leicht zu schaffen. Der Besichtigungsrundgang um den Dom St. Nikolaus rundete die Stadterkundung ab und das Abendessen war mit diesem Tagesprogramm redlich verdient.

Bereits um 08:00 Uhr starteten wir am zweiten Reisetag unsere Fahrt Richtung westlichster Gemeinde Sloweniens, Kobarid/Karfreit. Das erste Etappenziel war die Stadt Cerkno. Hier haben wir in einer Felsenschlucht das Partisanenlazarett „Bolnišnica Franja“ besichtigt. Der stete Aufstieg durch eine enge, steile Klamm, vorbei an einem tosenden Wasserfall, war besonders bei Regen, sehr eindrucksvoll. Wir konnten dabei ein ungefähres Bild davon bekommen, wie mühsam die Verwundeten und die Materialien an diesen versteckten Ort gebracht werden mussten.

In Kobarid/Karfreit besuchten wir  das Kobariški muzej- Museums des 1. Weltkrieges und erhielten im Rahmen einer zweistündigen, sehr engagierten Führung, die Schrecken der Schlachten des 1. Weltkrieges vermittelt.

Das Soča-Tal war der Schauplatz der größten Schlachten auf slowenischem Boden, die auch der amerikanische Schriftsteller Hemingway in seinem Roman „In einem andern Land“ beschrieben hat. Die größten Gefechte in einer Gebirgsregion in der Geschichte der Menschheit waren gekennzeichnet durch 11 blutige Offensiven der italienischen Armee sowie durch die letzte 12. Isonzoschlacht, genannt das Wunder von Karfreit (Kobarid), in der österreichisch-ungarische Soldaten mit Hilfe der deutschen Armee die Frontlinie zum Fluss Piavo schoben.

Nie mehr einen schrecklichen Krieg erleben müssen, sondern in Frieden und Freundschaft mit den Nachbarn leben dürfen, dieser Wunsch begleitete uns auf der Heimreise über den Predil-Pass nach Tarvisio und Klagenfurt. Die gesamte Reise war geprägt von einer guten, ausgelassenen Stimmung, einer ausgezeichneten Verpflegung und einer besonders netten Gemeinschaft.

Unser großer Dank geht an die Plattform Politische Bildung im Kärntner Landtag für die Ermöglichung dieser schönen und interessanten Reise, FI Dr. Michael Vrbinc für die hilfreiche Unterstützung bei der Organisation, Dr. Theodor Domej für die aufschlussreichen Führungen in der Stadt mit vielen Erzählungen und historischen Details sowie Alfred Wrulich und Christian Puck für die gute und sichere Fahrt über die Pässe.

Kurzbericht von Sebastian Ambrosch

Text&Fotos: Mag. Gerlinde Duller

FH Kärnten zeichnete österreichweit die besten Maturaprojekte aus

Nachweis von Glyphosat in Mais und Soja, App-Entwicklung für karitative Zwecke oder eine modulare Sitzgelegenheit für öffentliche Plätze: Vielfältig waren die Ideen des 14. österreichweiten Maturaprojekt-Wettbewerbs der FH Kärnten unter der Schirmherrschaft von Bildungsdirektor Robert Klinglmair. Prämiert wurden die drei besten Ideen in den Kategorien Gesundheit, Technik und Wirtschaft am 26. April 2019 auf dem FH-Campus Villach. Die drei Gewinnerteams aus Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich freuten sich über je 1.000 Euro Preisgeld.

In der Projektkategorie Gesundheit machte das Team der HLUW Yspertal aus Niederösterreich mit dem Projekt „Analyse und Nachweis von Glyphosat sowie die Betrachtung der rechtlichen Lage von Herbiziden und die Berichterstattung über diese im Laufe der letzten Jahre“ das Rennen. Florian Götzl und Christina Bauer beschäftigten sich mit der Forschungsfrage, welche Konzentration von Glyphosat in Mais und Soja aus der EU und Übersee nachgewiesen werden kann. Zu diesem Zweck wurden Proben aus verschiedenen Ländern und von verschiedenen Marken erstanden und mithilfe der HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) auf ihren Glyphosatgehalt getestet.

Die Gewinnerinnen in der Kategorie Wirtschaft, Alina Asciyan und Arijana Mekanovic von der HAK1 International Klagenfurt, beschäftigten sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit der Entwicklung einer Donation App in Kooperation mit der Firma xamoom GmbH und der Erstellung eines Businessplans. Die App soll sämtlichen Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel Caritas, Rotes Kreuz, SOS Kinderdorf, Licht ins Dunkel, WWF und Non-Profit Organisationen im Sozialbereich die Möglichkeit bieten, sich auf einer gemeinsamen Plattform zu präsentieren und auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen.

Benjamin Höll, Florian Bundemayr und Severin Egger, drei Schüler der HTBLA Hallstatt aus Oberösterreich, überzeugten die Jury mit dem Projekt „Urban Furniture TRIBUS“ in der Projektkategorie Technik. Die Projektgruppe entwickelte eine modulare Sitzgelegenheit für öffentliche Plätze. Das Konzept namens „TRIBUS“ besteht aus drei Möbelteilen: einem Grundkörper – zum Sitzen, einem Verbindungsstück, welches die Grundkörper verbinden soll und ein Zusatzmöbel, welches ein Sitzen mit Rückenlehne ermöglicht.

Der Anerkennungspreis für besonderes Engagement zur Erhaltung von Tradition und Handwerk, ausgelobt vom Studienbereich Bauingenieurwesen & Architektur der FH Kärnten, ging ebenfalls nach Oberösterreich. Mit der Entwicklung und dem Bau eines zerlegbaren Podany-Hobel konnten Kristof Stögner, Lisa Obermüller und Christopher Salmon von der HTBLA Hallstatt mit dem Projekt „Podany-Hobel und Furnierarbeiten“ die Jury überzeugen.

Der Silicon Alps Sonderpreis „Smarte Systeme“, ausgelobt vom Silicon Alps Cluster, ging an zwei Projektteams der HTL Mössingerstraße und an ein Team der HTBLuVA Salzburg. Die drei besten Maturaarbeiten mit Bezug zu smarten Systemen wurden jeweils mit 500 Euro und einem 1-monatigen Praktikumsplatz bei einem der Silicon Alps Partner prämiert. Die Teams aus Kärnten und Salzburg überzeugten mit einer automatischen Tourenski Niveauregelung, einem interaktiven Reanimationstrainer und einem netzautarken und portablen Energiesystem.

Bis Ende März 2019 reichten Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich 115 Diplomarbeiten sowie vorwissenschaftliche Arbeiten ein. Vergeben wurden Geldpreise im Gesamtwert von 5.400 Euro von der Kärntner Sparkasse und 1.500 Euro vom Silicon Alps Cluster. Projektteams stellten ihre

eingereichten Projekte in Form einer Posterpräsentation vor, die Bewertung und Reihung erfolgte durch eine Fachjury auf dem Campus Villach der FH Kärnten, die für die Auslobung des Wettbewerbs verantwortlich zeichnet. Ziel des Maturaprojekt-Wettbewerbs ist es, Schülerinnen und Schüler vor ihrem Schulabschluss für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern. Die Jury war erneut begeistert von der hohen Qualität der eingereichten Projekte und freut sich mit den Projektbetreuer/innen bereits auf den Maturaprojekt-Wettbewerb im kommenden Schuljahr. „Die eingereichten Maturaprojekte waren sehr anspruchsvoll und auf hohem Niveau. Viele Projekte haben praxisnahe Problemstellungen sehr eindrucksvoll und professionell gelöst, was auf eine engagierte und ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Themenstellung schließen lässt“, bekundet Thomas Kandolf, Juryvorsitzender und Head of Innovation Management & Patents bei Liebherr Hausgeräte in Lienz.

 

Alle Gewinner im Überblick

Projektkategorie Gesundheit

  1. Platz | HLUW Yspertal

„Analyse und Nachweis von Glyphosat sowie die Betrachtung der rechtlichen Lage von Herbiziden und die Berichterstattung über diese im Laufe der letzten Jahre“

 

  1. Platz | BG Porcia

„Mikroplastik und die Auswirkung auf den menschlichen Körper“

 

  1. Platz | HTBLA Braunau

„Sav/fe Food“

 

Projektkategorie Wirtschaft

  1. Platz | HAK 1 International Klagenfurt

„Donation App – Entwicklung eines Konzepts und eines Businessplans“

 

  1. Platz | BHAK Spittal/Drau

“Entwicklung eines Wanderpass-Systems für den Tourismusverband Radenthein-Döbriach“

 

  1. Platz | HLW Spittal/Drau

„Nachhaltigkeitsprojekt Energieautarkie“

 

Projektkategorie Technik

  1. Platz | HTBLA Hallstatt

„Urban Furniture TRIBUS“

 

  1. Platz | HTBLA Ried i. Innkreis

„Integration der Respiro Pick-up Technologie in den modernen Feldhäcksler“

 

  1. Platz | HTL Mössingerstraße

„STFS – Smart Tunnel Fire Simulator“

 

Silicon Alps Sonderpreis „Smarte Systeme“

HTL Mössingerstraße

„SKYSTEPS – Automatische Tourenski Niveauregelung“

 

HTBLuVA Salzburg

„Netzautarkes und portables Energiesystem“

 

HTL Mössingerstraße

„CPR Trainer“

 

Anerkennungspreis

HTBLA Hallstatt

„Podany-Hobel und Furnierarbeiten“

 

Text&Fotos: FH Kärnten

Erfolgreiche HTL-Projekte im „Jugend Innovativ“ Bundesfinale 2019

Zum dritten Mal in Folge wurde die HTL Mössingerstrasse beim Halbfinale des „Jugend Innovativ“ Wettbewerbs am 25.4.2019 in Weiz als innovativste Schule Kärntens 2019 ausgezeichnet! Zu diesem Erfolg trugen die Schülerinnen und Schüler sowie deren Betreuer bei. Sechs Projekte der Schule qualifizierten sich für das Semifinale, davon gleich vier der Abteilung Elektrotechnik.

Bei diesem Wettbewerb gibt es sieben Kategorien. Für jede Kategorie wurden in vier Halbfinalevents insgesamt fünf Finaltickets vergeben. Fünf der sechs Projekte waren den Kategorien „Engineering I“ und „Engineering II“ zugeteilt, eines in der Kategorie „Sustainable“. Heuer wurden insgesamt 438 Projekte eingereicht, in Engineering I und II gab es immerhin 299 Einreichungen! Drei Projekte der HTL Mössingerstraße und zwei Projekte der HTL Ferlach qualifizierten sich dabei für das Bundesfinale am 5. Juni 2019 in Wien.

 

Die besten Teams aus Kärnten: 

Projekt: Gailtal – Draisine
Schule: HTBLVA Ferlach
Kategorie: Design

Projekt: Kindergartenrucksack
Schule: HTBLVA Ferlach
Kategorie: Design

Projekt: Electric Differential Lock
Schule: HTL Mössingerstraße
Kategorie: Engineering I

Projekt: STFS – Smart Tunnel Fire Simulator
Schule: HTL Mössingerstraße
Kategorie: Engineering II

Projekt: SKYSTEPS – Automatische Tourenski Niveauregelung
Schule: HTL Mössingerstraße
Kategorie: Engineering II

Als „Innovativste Schule“ Kärntens wurde die HTL Mössingerstraße in Klagenfurt ausgezeichnet.​​​​​​

 

Text: HTL Mössingerstrasse

Fotos: Rauchecker Photography

„S‘COOL Jugendfonds“ prämiert überzeugende Schulprojekte

Grenzüberschreitende Kärntner Schulprojekte mit Slowenien oder Italien werden jährlich durch den „Jugendfonds S‘COOL“ des Villacher ATRIO prämiert. Auch in diesem Jahr wurde eine Vielzahl von Einreichungen von einem Beirat gesichtet, dem unter anderen Landeshauptmann Peter Kaiser, Villachs Bürgermeister Günther Albel und ATRIO-Center-Manager Richard Oswald angehörten.

Ende April wurden die diesjährigen Siegerprojekte ausgezeichnet. Landeshauptmann Peter Kaiser betonte bei seiner Begrüßung im Villacher ATRIO den besonderen Standort Kärntens im Herzen der Alpen-Adria-Region. „Unsere jungen Menschen haben durch diesen weiten Horizont ganz besondere Fähigkeiten.“ Dies lasse sich auch an den laufenden Bildungsstatistiken ablesen. „Dafür möchte er allen Pädagoginnen und Pädagogen für ihr tägliches Engagement danken“, so der Landeshauptmann, der sich von den Siegerprojekten begeistert zeigte.

Über einen Scheck in der Höhe von 9.000 Euro konnten sich vier HTL-Schulen (Klagenfurt, Villach, Wolfsberg, Ferlach) und zwei Berufschulen (Wolfsberg, Villach) aus Kärnten freuen. Gemeinsam mit der Partnerschule Omnicomprensivo aus Tarvis haben die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Walter Krobath ein innovatives Projekt umgesetzt: Seit 2013 bauten sie in über 8.000 Arbeitsstunden das leistungsstärkste Fernaufklärungs-Flugboot der österreichisch-ungarischen Armee auf Basis von historischen Originalplänen nach. Das 18×12 Meter große Werk ist noch bis 15. Mai auf der ATRIO-Plaza zu besichtigen.

1.000 Euro Förderbeitrag sicherten sich die Schülerinnen und Schüler der NMS Weitensfeld, die sich mit Partnerschulen aus Friaul und Slowenien unter dem Motto „Vergiss mein nicht. Türen auf – Augen auf“ auf gemeinsame und spannende Spurensuche zu verfallenen und vergessenen Plätzen in der Region begaben. Daraus entstand eine dreisprachige Videodokumentation, die online, unter anderem auf YouTube (https://youtu.be/GUswghvfQTA) angesehen werden kann.

Um ein Projekt beim S’COOL Jugendfonds einreichen zu können, muss dieses von zumindest zwei Schulen grenzüberschreitend erarbeitet werden, eine Schule muss dabei jedenfalls in Kärnten lokalisiert sein. Die Ausschreibungsfrist für nächstes Jahr läuft bereits und endet am 31. Dezember 2019. Projekte können online auf der Homepage des ATRIO eingereicht werden. Bei der Preisverleihung anwesend waren unter anderen Bildungsdirektor Robert Klinglmair und Militärkommandant Walter Gitschthaler.

Text: LPD Kärnten/Fabian Rauber
Foto: LPD Kärnten/Höher

HTL Ferlach startet vielversprechende Kooperation mit italienischer Maschinenbau-Firma in Kärnten

Seit knapp 20 Jahren wird an der HTL Ferlach im Ausbildungsbereich Maschinenbau – Industriedesign die zweite lebende Fremdsprache Italienisch zusätzlich zu Englisch unterrichtet. Auf der einen Seite stärkt das Erlernen der italienischen Sprache die Kompetenz der jungen und zukünftigen Absolvent/innen, da das Design seine Wurzeln in Italien hat und ebenfalls Weltruf genießt. Auf der anderen Seite erhöht dieser zusätzliche Sprachenerwerb den Wert der Absolvent/innen der HTL Ferlach speziell am Kärntner Arbeitsmarkt. Die HTL Ferlach ist die einzige HTL Österreichs, an der eine zusätzliche Sprache unterrichtet wird.

Genau dieser Umstand, nämlich dass die Schüler/innen der HTL Ferlach nicht nur für gehobene technische Berufe ausgebildet werden, sondern neben Englisch auch noch Italienisch erlernen, hat die renommierte italienische Firma Danieli & C. Officine Meccaniche S.p.a dazu veranlasst, eine Zusammenarbeit mit der HTL Ferlach zu initiieren: Der Danieli-Konzern hat Sitz in Buttrio, Friaul-Julisch Venetien und beschäftigt weltweit über 9.000 MitarbeiterInnen. Zum Tätigkeitsbereich des Unternehmens gehören der Bau von schlüsselfertigen Stahlwerken und die Stahlproduktion mit der Tochtergesellschaft ABS. Seit 2008 gibt es eine Niederlassung in Völkermarkt, Kärnten. An diesem Standort finden 40 MitarbeiterInnen eine Beschäftigung, die in der Produktion von hochpräzisen Spezialgeräten für Walzwerke tätig sind.

In den vergangenen Wochen hat der Österreich Geschäftsführer, Simone Bergamasco, die HTL Ferlach besucht. Darauf folgte der Besuch des Hauptsitzes des Konzerns in Buttrio von zwei Schulklassen zusammen mit den verantwortlichen Lehrer/innen sowie der Direktorin Mag. Silke Bergmoser. Den österreichischen Gästen wurden die beeindruckenden Werkstätten gezeigt und technische und organisatorische Erläuterungen, insbesondere in Bezug auf die Danieli Academy gegeben, einem strategischen Instrument zur Organisation von Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen für das Personal.

Bei dieser Gelegenheit präsentierten Simone Bergamasco und Tiziano De Giorgio die in Völkermarkt hergestellten Produkte, veranschaulichten deren Besonderheiten und zeigten der Schule einen Ansatzpunkt für mögliche Weiterentwicklungen und Verbesserungen auf. Zur Ausarbeitung eines Projektbereichs mit Danieli in Völkermarkt überlegen die SchülerInnen gegenwärtig, wie ein Ideenwettbewerb für eine designorientierte technische Lösung gestaltet werden kann.

Text&Fotos: HTBLVA Ferlach

Kärntens beste Nachwuchs-Redner/innen ausgezeichnet

Rhetorische Talente aus ganz Kärnten gaben sich beim Finale des 67. Landes-Jugendredewettbewerbs im Klagenfurter ORF-Theater die Klinke bzw. das Mikrofon in die Hand. Die Jugendlichen unterschiedlicher Schulstufen, die bereits bei den Vorausscheidungen am 9. April in Villach und am 11. April in Klagenfurt die Jury von sich überzeugen konnten, traten in den Kategorien „Klassische Rede“ (Unterkategorien: 8. Schulstufe, Polytechnische Schule, AHS/BHS), „Spontanrede“ und „Neues Sprachrohr“ an. Jugend-Landesrätin Sara Schaar zeigte sich von der Courage der Jugendlichen, sich mit ihrer Rede vor einem großen Publikum zu präsentierten sowie von der Bandbreite an Themen, mit denen sie sich auseinandersetzten, beeindruckt.

„Hut ab vor diesen jungen Sprachtalenten, die zu wichtigen Gesellschafts- und Jugend-Fragen Stellung beziehen und versuchen, andere Menschen mit ihrer Rede mitzureißen und von sich zu überzeugen. Da sind Jugendliche am Wort, die sich Gedanken machen, die sich mutig und kritisch mit einem Thema und verschiedenen Sichtweisen befassen und sich ihre eigene Meinung bilden“, so Schaar. Als Jugendreferentin stimmen sie solche Auftritte zuversichtlich: „Eine lebendige, demokratische Gesellschaft lebt davon, dass sich junge Menschen kein Blatt vor den Mund nehmen und ihre Gedanken frei äußern und artikulieren können – und das in einer respektvollen Art und Weise, ohne andere abzuwerten. Der Landes-Jugendredewettbewerb bietet Jugendlichen dafür eine gute Plattform.“

Die heurigen Siegerinnen und Sieger, die Kärnten in weiterer Folge beim Bundes-Jugendredewettbewerb von 25. bis 29. Mai 2019 in Wien vertreten werden, konnten die Jury neben ihrem sprachlichen Geschick auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugen. In der Kategorie „Klassische Rede“ holten sich Elias Stricker von der NMS Velden (Kategorie: 8. Schulstufe), Leonie Wank von der PTS Villach (Kategorie: Polytechnische Schule) und Paulina Tontsch vom Peraugymnasium Villach (Kategorie: AHS/BHS) den „Stockerlplatz“. Als Sieger in der Kategorie „Spontanrede“ ging Maximilian Buchwald vom Europagymnasium Klagenfurt hervor, in der Kategorie „Neues Sprachrohr“ konnte das Trio Theresa Aschbacher, Katharina Rauter und Christina Sandrisser von der NMMS Gmünd überzeugen und sich den ersten Platz holen.

Die diesjährige Jury setzte sich aus Heinz Ortner (Jury-Vorsitzender, Direktor der Kärntner Verwaltungsakademie), Anja Glüsing (Gesangs- und Sprechtrainerin), Gerlinde Duller (Bildungsdirektion Kärnten), Maria Eggert und Tanja Scherer (Abteilung 13 – Gesellschaft und Integration) zusammen.

Text: LPD Kärnten, Pinter/Böhm
Foto: Büro LR.in Schaar

„Viertes Forum Industrie und HTL“ in der Mössingerstrasse

„Andere Länder beneiden uns um die HTL-Ausbildung und deren Absolventen“, sagte Timo Springer, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Maschinenfabrik und Kärntner IV-Präsident beim „Forum Industrie und HTL“. Oft sei ein weiterführendes (technisches) Studium nach der Matura gar nicht nötig. Die Absolvent/innen seien fachkundige Praktiker/innen, die gerade jetzt händeringend gesucht werden. Er wies in seinem Input neben den vielen positiven Kooperationsmodellen zwischen Industrie und HTL aber auch auf die sich rasch weiter entwickelnden Qualifikationsanforderungen der Betriebe hin. Es sind neue Berufe und Berufsbilder im Entstehen, die HTL müssen mit ihren Ausbildungen ständig am Puls der Zeit sein, um den Schülerinnen und Schülern heute und morgen optimale Beschäftigungsmöglichkeiten in der Industrie zu sichern. Künftig werde es vermehrt Coding-Spezialisten, Data Scientists, Künstliche-Intelligenz-Manager und Visualisierungsspezialisten brauchen, um nur einige dieser Jobs zu nennen. Zuvor hatte Springer bereits die Grundbegriffe der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz und deren Implikationen aufs Tagesgeschäft sowie auf Produkte und Geschäftsmodelle, am Beispiel seines Unternehmens erläutert. Die Innovationsabteilung des Betriebs besteht überwiegend aus Mitarbeiter/innen mit HTL-Abschluss. Er ist beeindruckt von den Ausbildungen und der Qualität an den Kärntner HTL und bekräftigt einmal mehr, dass dieser Schultyp zu den wichtigsten für die Industrie in Kärnten und ganz Österreich zählt.

Bereits zum vierten Mal fand das Forum Industrie und HTL der Industriellenvereinigung Kärnten und Bildungsdirektion für Kärnten statt. Diesmal übernahm die HTL Mössingerstrasse Klagenfurt die Gastgeberrolle. Direktor Hubert Lutnik freute sich in seiner Begrüßung über die zahlreiche Teilnahme seitens der Industrie und allen anderen Kärntner HTL. In seiner Keynote sprach Bildungsdirektor Robert Klinglmair unter anderem über die neue Struktur und Funktionsweise der Bildungsdirektion. Seine ganzheitliche Sicht zu Bildung, Demografie, regionalen Aspekten, Industrie und Beschäftigung vermittelte den Zuhörer/innen großes Verständnis für die Situation der Menschen in Bildung und die Erfordernisse der Unternehmen, mit den richtig qualifizierten und verfügbaren Mitarbeiter/innen auch am globalen Markt reüssieren zu können. Gerade im Zusammenhang mit dem Schlagwort Fachkräftebedarf sind die Vertiefung der MINT-Kompetenzen, eine punktgenaue und umfassende Berufs- und Bildungsorientierung und eine weitere Stärkung der Kooperationen zwischen Industrie und technisch-berufsbildenden Schultypen ein Gebot der Stunde. Darüber stehe natürlich die Notwendigkeit, allen Kindern die Grundkompetenzen in der Volksschule umfassend zu vermitteln – ein zentrales Element der Chancengerechtigkeit für das weitere Bildungs- und Arbeitsleben. Klinglmair plädierte dafür, die Reformbemühungen im Bildungswesen, auch wenn diese teils nicht sofort implementiert werden bzw. wirken können, als Chance zu sehen und zu unterstützen.

Das Forum dient vor allem zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Industrievertretern und Höheren Technischen Bundeslehranstalten. Mitinitiator Wolfgang Pucher von der IV freute sich, dass auch heuer wieder angeregt diskutiert wurde, durch das Gespräch und den Austausch von Informationen verbessere sich die ohnehin sehr gute Kooperationskultur weiter, man entwickle neue Ideen, initiiere Projekte. HTL-Direktor Hubert Lutnik berichtet im Zuge der Vorstellung seiner Schule auch davon, dass aus Gesprächen beim Forum 2018 das Projekt Chemie-HTL-Klasse entstanden sei, ein wichtiges neues Angebotselement seiner Schule für die Kärntner Chemische Industrie. Aus den kurzen Berichten der Direktor/innen der weiteren vier Kärntner HTL erfuhren die Zuhörer/innen, dass innovative und wegweisende Projekte und Kooperationen quasi an der Tagesordnung sind. Das freute auch den Forums-Initiator der Bildungsdirektion, Axel Zafoschnig, der trotz schwieriger demografischer Situation auf die guten Schüler/innen- und Absolvent/innenzahlen hinweist. Er ist einer von drei österreichischen Autonomiebotschaftern im Schulwesen und setzt große Hoffnung in die steigende Flexibilität des Bildungssektors durch die voranschreitende Schulautonomie.

Text&Fotos: Mag. (FH) Wolfgang Pucher, Industriellenvereinigung Kärnten