Bilingualer Unterricht: Villach und Klagenfurt starten mit Schulversuch

Was mit 50 Schülerinnen und Schülern in zwei Volksschulen in Klagenfurt und Villach im kommenden Schuljahr als Schulversuch beginnt, soll in Zukunft zum Regelfall werden: Mit dem bilingualen Unterricht weitet Kärnten sein zukunftsorientiertes und qualitätsvolles Bildungsangebot aus. Vorerst wird jeweils eine Klasse in der Theodor-Körner-Schule in Klagenfurt und in der Khevenhüller-Schule in Villach in Englisch und Deutsch unterrichtet werden. Eine Möglichkeit, mit der einerseits begabte Kinder gefördert werden sollen, mit der andererseits aber künftig auch die Standortentscheidung von Unternehmen beeinflusst werden soll.

„Im Privatschulbereich gibt es solche Angebote bereits, daher war es uns wichtig, dies auch in öffentlichen Schulen umzusetzen“, betonte Schulreferent LH Peter Kaiser bei der Präsentation des Schulversuches in der Körner-Schule. Mit dem bilingualen Unterricht werde das Bildungsangebot entscheidend attraktiviert. „Die Kosten für den Native-Speaker, der die Klasse als Teamlehrer unterstützen soll, wird das Land Kärnten übernehmen. Das ist eine Vorausleistung für jenen Zeitpunkt, zu dem unser Schulversuch in den Regelunterricht übernommen wird“, so der Landeshauptmann.

„Wir befinden uns in einer globalen Welt und dabei ist Englisch ein entscheidender Faktor“, sagte auch Bildungsdirektor Robert Klinglmair. Ein solches Angebot in öffentlichen Schulen zugänglich zu machen, erhöhe die Chancengleichheit im Schulbereich.
Seit 2015 arbeitet Klagenfurt stetig daran, den Bildungsstandort zu verbessern. Den nun anlaufenden Schulversuch sieht Bürgermeisterin Maria Luise Mathiaschitz als weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung.

Villachs Bürgermeister Günther Albel ist sicher: „Wenn wir unseren Kindern die richtige Bildung mit auf den Weg geben, können sie alles erreichen.“ Umso wichtiger sei es, gerade in der heutigen Zeit die Internationalisierung frühestmöglich zu fördern.

Die beiden Volksschuldirektorinnen Elisabeth Vankat (Theodor-Körner-Schule) und Gerlinde Kranner (Khevenhüller-Schule) sehen im Schulversuch Chance und Herausforderung gleichermaßen. Erfahrungswerte hätte man im Bereich des Minderheitenschulwesens viele gesammelt, so Sabine Sandrieser, Leiterin der Abteilung für Minderheitenschulwesen in der Bildungsdirektion für Kärnten. In den ersten beiden Klassen sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Erstsprache, also Englisch oder Deutsch, alphabetisiert werden – ab der dritten Klasse werden die beiden Gruppen dann im gesamten Unterricht zusammengeführt.

Text: LPD Kärnten/Susanne Stirn
Fotos: LPD Kärnten/Peter Just